Ein neues Familienmitglied – 6 Punkte die beachtet werden sollten!

Der Einzug eines Vierbeinigen Familienmitgliedes sollte immer gut geplant und durchdacht sein. Schnelle Entscheidungen sind nicht immer die besten. Sie müssen sich im Klaren sein das es nicht nur ein schönes wundervolles Erlebnis ist, sondern auch verantwortungsvolle Aufgaben mit sich bringt. Haben Sie genug Zeit und Geduld, darüber hinaus den Platz und das Geld für einen Hund?

6 Punkte die unbedingt beachtet werden sollten:

  1. Sind alle Familienmitglieder mit einem Vierbeiner einverstanden
  • Welcher Hund passt in Ihr Leben
  • Wohnsituation – Wohnung oder Eigenheim – ist es erlaubt einen Hund zu halten
  • Sind Sie bereit sich die nächsten 10 bis vielleicht sogar 18 Jahre um Ihren Vierbeiner zu kümmern
  • Bedenken Sie bitte auch die schweren Zeiten
  • Wohin mit dem Hund wenn ein Urlaub geplant ist oder man selber krank wird.

1. Sind alle Familienmitglieder die bei Ihnen wohnen mit einem Vierbeiner einverstanden

Ist die Entscheidung gefällt und alle Familienmitglieder einverstanden steht dem neuen Familienmitglied nicht mehr so viel im Wege.

In der Familie muss abgeklärt werden welche Anforderungen man an den zukünftigen Vierbeiner hat – was darf er und was ist ein „no-go“ – sind es realistische Vorstellungen die Sie und Ihre Familie von der Hundehaltung haben und kann der Hund dem überhaupt gerecht werden und dann sollten Sie und Ihre Familie noch an einem Strang ziehen was die Erziehung des Hundes betrifft.

Wenn Sie nicht genau wissen auf was Sie sich bei einem Hund einlassen, ist es sinnvoll schon bevor der Hund einzieht einen Hundetrainer (mit richtiger Ausbildung) zu kontaktieren der Ihnen ihre Fragen beantworten kann und Ihnen das Zusammenleben im Alltag möglichst genau erklären kann.

Um sich den Bedürfnissen des Hundes bewusst zu werden, können Sie auch mal auf eine Hilfreiche Fachliteratur zurückgreifen. Ich würde Ihnen – alles in allem -empfehlen sich so gut und so viel wie möglich zu informieren.

2. Welcher Hund passt in Ihr Leben

Soll es ein Welpe, ein erwachsener Hund vom Züchter oder doch einer aus dem Tierschutz oder heimischen Tierheim oder vielleicht doch von einer Privatperson werden.

Sie stehen vor der Entscheidung ob es ein großer, mittlerer oder kleiner Hund wird und ob es einer mit kurzem oder langem Fell oder mit Haaren sein soll. Bitte lassen Sie nicht nur die Optik entscheiden – nur weil viele Hunde grad in „Mode“ sind und sie Ihnen optisch gefallen muss es noch lange keine gute Entscheidung für Ihre Familie oder Lebensumstände sein. Leider ist es heutzutage sehr häufig so, dass Hunde nach dem Aussehen der Rasse ausgesucht werden und später stellt man fest, dass die Eigenschaften gar nicht so gut zu einem passen.

Es macht durchaus Sinn seinen Hund nach diversen Charakterzügen von sich selbst auszusuchen. Ein sehr sportlicher Mensch wird mit einem phlegmatischen, ruhigen Hund nicht besonders glücklich werden und ein ruhiger, gelassener Mensch wahrscheinlich nicht mit einer aufgedrehten Sportkanone. 

Fällt die Wahl auf einen Rassehund der beim Züchter gekauft wird sollten mehrere Züchter kontaktiert werden. Nach Möglichkeit können Sie dann auch die Elterntiere ansehen und ev. auch weitere Verwandte Ihres zukünftigen Hundes

Eingetragene Züchter werden durch diverse Dachverbände kontrolliert, das hat auch seinen Sinn. Auch die vielen gesundheitlichen Untersuchungen welche eingetragene Zuchthunde durchlaufen müssen sind sehr wichtig und versprechen Ihnen als Käufer einen gesunden Hund zu erhalten.

Von verantwortungsvollem Züchter erhalten Sie einen EU-Heimtierausweis in welchem Sie Informationen wie die Chipnummer und bereits verabreichte Impfungen finden. Zusätzlich erhalten Sie einen Abstammungsnachweis ihres Hundes und meist wenige Tage später die offiziellen Papiere.

Ein Hund aus dem Tierheim oder einer Tierschutzorganisation. Am besten rufen Sie bei der jeweiligen Organisation an und befragen die zuständige Person genau nach dem „Angebot“ oder dem bereits ausgesuchten Hund. Alle Hunde von einer eingetragenen Organisation werden tierärztlich gründlich untersucht, sind gechipt, geimpft und entwurmt. 
Je nach Verein gibt es unterschiedliche Vorgaben für eine Vermittlung und unterschiedliche Schutzgebühren die zu entrichten sind.

Vorsicht ist geboten, wenn der Hund von privat über das Internet „bestellt“ werden kann – diese Hunde werden zwar oft zu einem geringeren Preis angeboten, aber man hat keinerlei Garantie über die Gesundheit des Hundes. Zudem weiß man nicht ob man auf reine Vermehrer reinfällt und die Elterntiere meist auch unter grausamen Bedingungen gehalten und ausgenützt werden.

3. Wohnsituation – Wohnung oder Eigenheim – ist es erlaubt einen Hund zu halten?

Hunde brauchen je nach Rasse viel Auslauf und Bewegung. Doch wann ist die Haltung in einer Wohnung oder in einem Haus wirklich artgerecht? Wie viel Platz benötigen die Tiere tatsächlich? Grundsätzlich gibt es keine Vorschriften, wie groß ein Hundeheim sein muss. Wenn Sie mit dem Vierbeiner täglich viel draußen sind, wird er zuhause ein großes Ruhebedürfnis verspüren und mit einem Schlafplatz zufrieden sein. Wie groß die Wohnung ist, spielt für das Tier dann kaum eine Rolle. 

Bei Mietwohnungen gelten die Bestimmungen des Mietvertrages: Der Vermieter kann hier eine Hundehaltung untersagen. Inwieweit eine solch allgemeine Verbotsklausel rechtens ist, beschäftigt immer wieder die Gerichte.

Grundsätzlich darf man „gewöhnliche“ Haustiere wie Hunde und Katzen in Mietwohnungen / Eigentumswohnungen halten, sofern im Mietvertrag oder in der Hausordnung nicht anderes geregelt steht. Wer ganz sicher gehen möchte, gibt dem Vermieter vor der Anschaffung des Hundes Bescheid und sichert diese noch schriftlich ab. Das schafft Transparenz und beugt unangenehmen Überraschungen vor.

Bei einer Eigentumswohnung kann sich die Eigentümerversammlung gegen eine Hundehaltung aussprechen. 

Am leichtesten tut man sich im eigenen Haus, da bedarf die Hundehaltung keinerlei Genehmigung von Dritten. Es kann höchstens zu Beschwerden kommen, wenn der Hund zum Beispiel auch am Sonntag oder in der Nacht viel bellt. Auch wenn er im Nachbargarten Jagd auf andere Haustiere macht fördert das nicht gerade die gute Nachbarschaft. Am besten sichern Sie Ihr Grundstück mit einem Zaun in guter Höhe, damit der Hund nicht ausbrechen kann.

4. Sind Sie bereit sich die nächsten 10 bis vielleicht sogar 16 Jahre um Ihren Vierbeiner zu kümmern.

Wie alt werden eigentlich Hunde?

Es ist unmöglich, diese Frage pauschal zu beantworten. Denn die Lebenserwartung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie:

  • Rasse, Genetik, Rassengröße
  • Lebensumstände
  • Ernährung
  • Pflege
  • Umfeld
  • Aktivität

Bei der Berechnung der durchschnittlichen Lebenserwartung von Hunden wird die Rasse als Ansatz genommen. Dabei wird die Rasse in kleine, mittlere, große und Riesenrassen eingeteilt.

Als Faustregel gilt: Je kleiner die Rasse ist, desto höher ist die Lebenserwartung.

  • Kleine Rassen: 10 bis 15 Jahre.
    Einige können sogar bis zu 18 Jahre leben.
  • Mittlere Rassen: 10 bis 13 Jahre.
    Einige der Rassen können auch länger leben.
  • Große Rassen: 8 bis 12 Jahre
  • Riesenrassen: 8 bis 10 Jahre

Dies sind Durchschnittszahlen somit können Hunde auch deutlich älter werden oder leider auch in jüngeren Jahren sterben.

5. Bedenken Sie bitte auch die schweren Zeiten

Wenn der geliebte Vierbeiner erkrankt ist, stehen die Zweibeiner vor besonderen Herausforderungen. Mit neuem Wissen und Möglichkeiten steigt die menschliche Verantwortung für die Gesundheit unserer Hunde und in Zeiten der Krankheit für den Erhalt ihrer Lebensqualität über den längst möglichen Zeitraum hinweg. 
Dafür ist, eine medizinische oder alternativmedizinische Betreuung durch den Tierarzt, aber vor allem auch eine möglichst gute Versorgung und Betreuung durch Sie selbst, die wichtigste Voraussetzung. Ihr Hund braucht Sie am meisten wenn es ihm nicht gut geht.

6. Was tun mit dem Hund wenn ein Urlaub geplant ist oder man selber krank wird.

Die Urlaubszeit wirft für viele Menschen die Frage auf: wohin sollen wir in den Urlaub gehen. Sich auf ein Reiseziel zu einigen ist oft schwer genug und dann kommen noch die Bedürfnisse des Vierbeiners dazu.

Für ihn gibt es in der Urlaubszeit drei Varianten:

  • Er bleibt zu Hause und wird dort betreut.
  • Er wird in eine Hundepension oder zu Familie/Freunden gebracht.
  • Er fährt mit in den Urlaub

Während sich Besitzer von Kleintieren oder Katzen wahrscheinlich für die erste Möglichkeit entscheiden, wollen die meisten Hundehalter ihren Liebling am liebsten mit in den Urlaub nehmen. Endlich Zeit für ausgiebige Spaziergänge zu haben, gemeinsam am Strand zu rennen oder durch die Berge zu wandern, das ist für Zwei- und Vierbeiner eine schöne und entspannte Zeit.

Um diese Dinge sollten Sie sich vorab kümmern: 

  • Besteht am Urlaubsort in den öffentlichen Verkehrsmitteln Leinen- und/oder Maulkorbpflicht? Falls ja, sollten Sie Ihren Hund vorher daran gewöhnen.
  • Sind Hunde im Hotel erlaubt.
  • Haben Sie alles notwendige und wichtige für den Hund besorgt?
    Ist das gewohnte Hundefutter dabei, genauso wichtig das Spielzeug, die Leine und der Heimtierausweis.
  • Gibt es am Urlaubsort für den Fall der Fälle einen Tierarzt?
  • Sind die Notfallmedikamente dabei?

Können Sie diese Punkte gewissenhaft abhacken dann sind Sie schon auf einem guten Weg zum neuen Familienmitglied. Wie auch immer Sie sich nun entscheiden, ich wünsche ihnen eine schöne Zeit.

Ihre Karin Hartmann  

Hundeelite

Karin Hartmann, Dipl. Hundetrainerin, Erziehungs- u. Verhaltensberaterin für Hunde
Trainingsplatz: 6845 Hohenems, Furchgasse


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